MTV Jugend-Konzept für die Saison 2017/2018

Die Philosophie des MTV 1846 Giessen Basketball

Die sportlich Verantwortlichen des MTV 1846 Gießen sehen Basketball-Jugendarbeit als einen kontinuierlichen Prozess, der im Kindergarten- und Grundschulalter, also bei der U6, beginnt, und frühestens dann endet, wenn der Nachwuchsspieler in jener Senioren-Mannschaft, die seinem Talent und seinem Ausbildungsstand entspricht, eine tragende Rolle einnimmt.

Das im Folgenden dargestellte Konzept orientiert sich an modernen und sportwissenschaftlichen Erkenntnissen des Talentaufbaus und -förderung. Die Basketballabteilung des MTV war immer sehr leistungsbezogen und nennt sich nicht zuletzt aus diesem Grund auch Jugendleistungszentrum.

Erfolge der Basketballabteilung waren bis jetzt:

-Zahlreiche Landesmeistertitel bei Hessen, Regional, und sogar Südwestdeutschen Meisterschaften, in allen Jugend-Altersklassen

-Siege beim renommierten deutschen Mini-Jugendturnier in Göttingen

-Etliche Spitzenplazierungen bei Europas größtem Jugendturnier in Wien, welches alljährlich zu Ostern stattfindet

-Der Gewinn der (inoffiziellen) Europameisterschaft für Mini-Mannschaften in Luxembourg

 

Im Folgenden werden nun die einzelnen Phasen, die der Jugendliche im Laufe seiner Basketball-Vita durchläuft, kurz charakterisiert.

Grundgedanke der Mini-Arbeit beim MTV, also der Arbeit mit unter Sechs-, Acht-, Zehnjährigen, ist eine vielseitige und sportartübergreifende Grundausbildung. Zwar wird sich dabei kräftig mit einem, oder sogar zwei orangenen, bzw. bunten Nylonbällen bewegt, aber Grundgedanke ist doch, die Athletik (Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Flexibilität), Teamfähigkeit und Kordination (Gleichgewicht, Reaktion, Rhythmus, Differenzierung, Orientierung, Umstellung, Antizipation und Kopplungsfähigkeit) durch vielfältige Bewegungserfahrungen zu fördern, und gegebenenfalls auch auf andere Ballsportarten zu übertragen. Ideal wäre, wenn in diesem Alter eine zweite Mannschaftssportart oder auch zusätzlich eine Individualsportart, wie etwa Leichtathletik oder Turnen betrieben würde. Das eindimensional, sehr früh auf eine, nämlich seine Spezialsportart getrimmte Kind gibt es in der Denkweise dieses Ansatzes nicht.

 

Wie die Fachwissenschaftler in Forschungen herausgefunden haben, erreicht der heranwachsende Organismus zwar erst mit dem 18. Lebensjahr sein koordinatives Optimum, er kann dies aber nur bei entsprechender Vorleistung in den sog. ‚sensiblen Phasen‘ des motorischen Lernens, also im ‚frühen Kindergarten/Grundschulalter‘ (4-10 Jahre) und im ‚späten Schulkindalter‘ (11-12 Jahre) ausschöpfen. Außerdem ist, entwicklungsphysiologisch gesehen, unbestritten, dass koordinativ gut geschulte Kinder, neue, auch komplizierte, knifflige, komplexe Bewegungsabläufe (wie etwa Sprungwurf nach Spinmove, usw.) deutlich schneller lernen, als Kinder, die eine solche ‚Grundschule‘ wie die oben beschriebene nicht durchlaufen haben.

In der U12 und U14 beginnt die Arbeit dann aber (ohne dass der Gedanke der Vielseitigkeit völlig fallengelassen wird…) bereits spezifischer zu werden. Mithin wird das basketballtypische Dribbling, der technisch korrekte Wurf, und das Verhalten innerhalb des Rechtecks zwischen den zwei Körben, bzw. seiner inneren Linien, stärker in den Mittelpunkt der wöchentlichen Trainingseinheitengerückt. Fest ist jetzt auch schon der Blick gerichtet auf spezifisches Offensiv- und Defensivverhalten,- wobei in dieser Entwicklungsphase, aber im Sinne einer verantwortungsbewussten, umfassenden, individuellen Ausbildung, nur die Mann/Mann-Verteidigung geschult wird.

Begleitet wird das im Leistungsbereich der Jugend-Oberligen meist drei Mal pro Woche angebotene Mannschaftstraining jetzt, im besten Falle, von einem zusätzlichen Individualtraining, in welchem an persönlichen Schwächen, aber auch persönlichen Stärken, der jungen Spielergearbeitet wird.

Diese bilaterale Ausbildung der Jugendlichen, setzt sich auch in der U16 und U18 fort, wobei es auch in diesem Alter schon ein großes Bestreben des Vereins ist, die talentiertesten Nachwuchs- Basketballer in die entsprechenden MTV-Herren-Mannschaften, oder gegebenenfalls umliegender Clubs, zu integrieren